Trichinenprobenentnahme bei Wildschweinen

Warum ist die Untersuchung so wichtig?

Trichinen, auch bekannt als Trichinella spiralis, sind mikroskopisch kleine Parasiten, die durch den Verzehr von rohem oder unzureichend gegartem Fleisch auf den Menschen übertragen werden können. Besonders gefährdet sind Fleischsorten wie Schweinefleisch und Wild, die nicht ausreichend kontrolliert oder gekocht wurden. Eine Infektion mit diesen Parasiten, die sogenannte Trichinose, stellt eine ernsthafte Bedrohung für die menschliche Gesundheit dar.

Was sind Trichinen und wie erfolgt die Infektion?

Trichinen sind Fadenwürmer, die in der Muskulatur von infizierten Tieren leben. Wenn ein Mensch Fleisch verzehrt, das Trichinenlarven enthält, gelangen diese in den Verdauungstrakt. Dort entwickeln sie sich zu erwachsenen Würmern, die neue Larven produzieren. Diese Larven dringen in die Muskulatur ein und können sich im gesamten Körper ausbreiten.

Symptome einer Trichinose

Die Symptome einer Trichinose können je nach Infektionsgrad variieren. Zu den häufigsten Beschwerden gehören:

  • Magen-Darm-Beschwerden: Übelkeit, Durchfall und Bauchschmerzen treten in den ersten Tagen nach der Infektion auf.
  • Muskelschmerzen und Fieber: Sobald die Larven in die Muskulatur eindringen, kommt es zu starken Muskelschmerzen, Fieber und allgemeiner Schwäche.
  • Schwellungen und Entzündungen: Besonders im Gesicht, vor allem um die Augen, können Schwellungen auftreten.
  • Schwere Komplikationen: In seltenen Fällen können die Larven lebenswichtige Organe wie das Herz oder das Nervensystem angreifen. Dies kann zu Herzmuskelentzündungen, Atemproblemen oder neurologischen Störungen führen.
Warum sind Trichinen so gefährlich?

Trichinen sind gefährlich, weil sie sich unbemerkt im Körper ausbreiten und schwere gesundheitliche Schäden verursachen können. Ohne frühzeitige Behandlung kann eine Trichinose lebensbedrohlich werden. Besonders problematisch ist, dass die Symptome oft unspezifisch sind und daher leicht mit anderen Erkrankungen verwechselt werden können.

Wer darf Proben entnehmen?

Die Probe darf vom Grundsatz nur vom amtlichen Fleischbeschaupersonal (amtliche Tierärzte und Fachassistenten) entnommen werden. Es besteht die Möglichkeit, dass der Veterinärdienst des Kreises Höxter die Probenentnahme auf den Jäger übertragen kann. Nur dann darf der Jäger die Proben selbst entnehmen. Für diesen Ausnahmefall ist die Kennzeichnung des Tierkörpers mit einer Wildmarke und die Ausstellung eines Wildursprungsscheines zwingend vorgeschrieben.

Wie wird die Probe genommen?

  • Entnahme einer Muskelfleischprobe (Zwerchfellpfeiler, Kaumuskulatur oder Vorderlaufmuskel)
  • Probenmenge: ca. 50 g
  • Sauberes Arbeiten und Verwendung verschlossener Probengefäße
  • Deutliche Kennzeichnung (Name, Jagdrevier, Datum, Wildursprungsmarke)

Abgabe der Proben

Die entnommenen Proben sind zusammen mit der Wildursprungsmarke und dem vollständig ausgefüllten Wildursprungsschein an den zuständigen Untersuchungssammelstellen abzugeben.

Kreishaus Höxter
Moltekestr. 12, Höxter

Hier können Proben zu den üblichen Öffnungszeiten beim Veterinärdienst direkt abgegeben werden.

Kreisfeuerwehrzentrale in Brakel
Am Galgenberg 7, 33034 Brakel

Dort befindet sich am überdachten Zugang zum Hauptgebäude ein Kühlschrank, der frei zugänglich und videoüberwacht ist. Hier können die Proben in die im Kühlschrank befindlichen Probenboxen eingeworfen werden. Die Abholung erfolgt montags und freitags gegen 10 Uhr.

Amtlicher Tierarzt

Nach Absprache bei den amtlichen Tierärztinnen und Tierärzten, die hier im Kreis Höxter in der Fleischbeschau arbeiten. Der Transport von Trichinenproben von Wildschweinen erfolgt hier allerdings nur im Zusammenhang mit dem Probentransport von weiteren Proben aus gewerblichen Schlachtungen.

Untersuchungstermine

Trichinenuntersuchungen von Wildschweinproben finden grundsätzlich nur montags und freitags statt.

Verpackung

Mit der Abgabe der Trichinenprobe erfolgt auch die Abgabe der Blutprobe für das ASP Monitoring. Diese beiden Proben sind getrennt zu verpacken.
Trichinenprobe: Die Trichinenprobe ist auslaufsicher in einer Plastiktüte zu verpacken. Der Wildursprungsschein ist vollständig und gut leserlich auszufüllen und der Originaldurchschlag gemeinsam mit der verpackten Trichinenprobe in einer zweiten verschlossenen Plastiktüte zusammenzufassen. 

Untersuchungsergebnisse

Die Untersuchungsergebnisse werden dann nach Abschluss der Untersuchung in eine Datenbank eingestellt, die auf der Internetseite des Kreises Höxter unter der Dienstleistung Schlachttier- und Fleischuntersuchung abrufbar ist.

Wichtig für die Vermarktung

Eine Freigabe des Wildbrets zur Abgabe an Dritte ist erst nach Vorliegen des negativen Trichinenbefundes erlaubt. Vorher darf das Fleisch weder verarbeitet noch in Verkehr gebracht werden

Hinweis der Kreisjägerschaft Höxter

Die Einhaltung der Vorschriften zur Trichinenprobenentnahme liegt in der Verantwortung der Jägerinnen und Jäger. Mit der sorgfältigen Durchführung leisten Sie einen wichtigen Beitrag zur Lebensmittelsicherheit und zur positiven Wahrnehmung unseres Wildbrets in der Öffentlichkeit.

Bei Fragen zur Probenentnahme oder zu Schulungsterminen wenden Sie sich bitte an die Geschäftsstelle der Kreisjägerschaft Höxter oder direkt an das Veterinäramt des Kreises Höxter.

Merkblätter der Kreises Höxter